Osteochondrose – Entstehung und Verlauf

Osteochondrose mit einer verkrümmten WirbelsäuleDie Wirbelsäule des Menschen ist ein Konstrukt, das in vielen Fällen scheinbar nicht mehr mit der heutigen modernen Welt zusammenpasst. Schon der aufrechte Gang des Menschen wird als wenig kompatibel mit dem Körper bezeichnet. Der Kopf muss ständig „oben“ gehalten werden, was für die Nackenmuskulatur und die Wirbel C1-C7 (Halswirbel) ständige Arbeit bedeutet.

Aber auch die anderen Wirbelteile sind durch die moderne Lebensweise der Menschen von Belastungen betroffen. Einseitige Haltung, Überbelastung durch schweres Heben usw. sorgen dafür, dass die Wirbelsäule schnell Schäden annimmt. Das kann ein Verschleiß der Wirbelkörper wie bei der Osteochondrose sein oder auch ein Bandscheibenvorfall und noch einiges mehr.

Bei den einzelnen Wirbeln der Wirbelsäule handelt es sich um Scheiben, die jeweils voneinander durch eine Bandscheibe abgeschirmt werden. Diese Bandscheiben bestehen aus einem Knorpel, einer festeren Außenhülle und einem weicheren Kern und sorgen in ihrer Eigenschaft wie ein Stoßdämpfer. Die Wirbelsäulengelenke sind beweglich und haben eine verbindende Funktion der übrigen Skelett Teile im Körper über Wirbelsäulenbänder.  Die Wirbelbogengelenke bestimmen die Richtung der Bewegung, der Bewegungsumfang wird durch die Bandscheiben begrenzt. 

Die Bandscheiben und ihre Funktionen

Manche Menschen sind auch an einer Skoliose erkrankt, einer seitlichen Verkrümmung der Wirbelsäule. Dadurch wird ebenfalls eine Fehlhaltung hervorgerufen, die dann für eine einseitige Belastung und einen erhöhten Verschleiß der Wirbel sorgt. Die Bandscheiben können ihre Wirkung als Stoßdämpfer nicht mehr ordentlich ausführen.

Wenn sie durch eine einseitige Belastung oder Fehlstellung seitlich verrutschen, verändert sich die Höhe zwischen den Wirbelkörpern und die jeweiligen knöchernen Seiten reiben aufeinander. Dass dies sehr schmerzhaft ist, kann man sich leicht vorstellen. Das kann sogar soweit führen, dass sich der Bandscheibenkern auflöst oder beschädigt wird, daran sind die durch den Verschleiß entstehenden Entzündungsstoffe beteiligt. Sie sorgen auch dafür, dass die Wirbelknochen sich durch ein Ödem wehren, durch eine solche Schwellung können die Bereiche der Wirbelsäule der Reihe nach versteifen.

Die einzelnen Stadien einer Osteochondrose

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Bis zu einem kompletten Krankheitsbild der Osteochondrose sind verschiedene Phasen der Störung vorhanden. Wie zuvor beschrieben, können die Wirbelkörper auf die Enzyme der Entzündung mit einem Ödem reagieren, ähnlich wie man es auch an anderen entzündeten Gelenken im Körper kennt. Dieses wird als das Stadium Modic I bezeichnet und bedeutet die Ödembildung. Im nächsten Stadium wird die Degeneration des Knochens mit Modic II und die Verhärtung des Knochens mit Modic III bezeichnet.

Eine Osteochondrose kann im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) oder im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) auftreten. Da bei einer derartigen Erkrankung auch die Nerven eingeklemmt oder eingedrückt werden können, treten Schmerzen und manchmal auch Lähmungen auf. Da die gesamte Muskulatur des Rückens und der benachbarten Region unwillkürlich mit Verspannungen reagiert, sollten die Schmerzen und die Verspannungen möglichst umgehend behandelt werden.

Bei einer frühzeitig gestellten Diagnose und einem umgehend eingeleiteten Therapieverfahren kann eine Behandlung nicht nur die Schmerzen lindern, sondern auch eine Ausweitung der Schäden verhindern. Dadurch bleibt der Betroffene nicht nur länger aktiv und arbeitsfähig, es werden auch eine Reihe möglicher Folgeerkrankungen vermieden.